Reise USA

Escalante – Torrey

06:00 Uhr

Noch bevor der Wecker sich meldet, verlasse ich das riesige Bett und klettere unter die Dusche. Illegalerweise (bestimmt!?) mache ich mir mit dem Gaskocher Wasser heiß und braue mir einen löslichen Kaffee. Ein Blick in das Internet ergibt, dass für den heutigen Tag wieder „Thunderstorms“ wahrscheinlich sind. Das wäre fatal, ich wollte ein Stück auf der „Hole-in-the-Rock Road“ langfahren, mindestens bis zum „Devils Garden“. Auch diese Straße wird bei Regen (fast) unbefahrbar. Ich krame meine Sachen zusammen und lade sie in den SUV. Um 07:30 Uhr verlasse ich das verlassene Hotel und werfe den Zimmerschlüssel in die Box an der Rezeption. Nochmal würde ich im Circle-D bestimmt nicht absteigen: die Innenseite der Türzarge fehlt und gibt den Blick auf den Bauschaum frei. Das Fenster im Badnebenraum ist mit einem Handtuch zugehängt. Und das für den Preis. Aber das Zimmer war sauber und der Internetzugang lief stabil und schnell und war sogar kostenlos. Ich fahre durch den Ort und suche eine Möglichkeit zum Frühstücken – leider Fehlanzeige… Ich hole mir bei Subway an der Tankstelle einen Sandwich und einen Kaffee im Thermobecher und fahre zur Zufahrt der „Hole-in-the-Rock Road“. Am Informationsschild mache ich es mir in der Morgenkühle bequem und genieße die Landschaft, das Sandwich und den Kaffee.

08:10 Uhr

Ich fahre auf die Gravel Road ein und setze den Tageskilometerzähler auf „0“. Schon nach 30 Minuten zeigt der Zähler 20,0 an und ich erreiche den Abzweig zum Devils Garden. Auf dem „Parkplatz“ stehen schon zwei weitere Autos – Frühaufsteher werden belohnt, alleine schon vom Fotolicht. Ich mache eine Menge Fotos und klettere zwischen den Hoodoos und den Felsformationen herum. Der Blick zurück zeigt nichts Gutes: zahlreiche Überentwicklungen und Virga, die gleiche Situation wie gestern.

09:45 Uhr

Ich mache mich auf den Weg und beobachte argwöhnisch die Wolkenformationen. Das nächste Ziel ist der Trail zum „Calf Creek Fall„. Gegen 10:50 Uhr treffe ich am Parkplatz ein und bezahle die „Fee“ in Höhe von 2 $. Das Geld wird wieder in einen Umschlag gepackt, ein Abschnitt abgerissen. Der Umschlag mit dem Geld kommt in eine Art Tresor, der Abschnitt in das Auto. Informationen warnen vor dem harten Trail und raten dazu, genug Wasser, Sonnenschutz- und Lebensmittel mitzuführen. Die Dauer für den Hin- und Rückweg werden mit 3 bis 4 Stunden angegeben. Ich setze den GPS-Zähler zurück und mache mich auf den Weg. Der Trail führt am Ufer des Calf Creek entlang und weist doch leichte Auf- und Abstiege auf. Nach 60 Minuten (ich bin nicht gejoggt!) erreiche ich den Wasserfall. Gerade zur richtigen Zeit: ein Kletterer seilt sich von der Oberkante des knapp 40 Meter hohen Falls in das Wasserbecken ab. Ich genieße die kühle Luft und den Schatten und fülle meine Körperflüssigkeitsreserven mit einer Pepsi auf. Mineralien werden mit Haribo ersetzt. Nachdem ich einige Fotos gemacht habe, begebe ich mich auf den Rückweg.

Ich spaziere zum Auto zurück und treffe viele schwitzende und schnaufende Wanderer. Eine spricht mich an und will wissen, wie viele Meilen es noch sind. Dank Garmin und Kopfrechenkünsten kann ich ihm die genaue Meilenzahl sagen. Er sieht nicht begeistert aus… Am Auto angekommen, brauche ich erstmal eine kühle Pepsi. Dann geht es weiter auf dem Highway 12 in Richtung Boulder. Der Ort selbst ist entäuschend: eine Ansammlung einzelner Häuser ohne Ortskern. Ich fahre weiter. Die Straße schraubt sich weiter in die Höhe, ein kleines Stück verläuft spektakulär auf einem Grat, links und rechts der Straße geht es doch recht steil herunter. Dafür stimmt die Aussicht. Die Bäume links und rechts der Straße weisen eine schöne Gelbfärbung der Blätter auf, Indiansummer quasi. Die zuvor beobachteten Wolkenformationen haben hier ganze Arbeit geleistet: in der Mitte der Fahrspur liegt eine dicke Schicht an Hagelkörnern, ebenso links und rechts der Straße. Die Temperatur ist auch auf 12° Celsius zurückgegangen.

15:05 Uhr

Ich habe Torrey erreicht und bin ein Stück in Richtung Capitol Reef Nationalpark gefahren. Da es immer dunkler wird, drehe ich und fahre zurück. Nach einer Ortsdurchfahrt kehre ich bei Slackers ein und verzehre einen Garlic Burger mit Curly Fries. Dazu gibt es einen Becker Bohnenkaffee.

16;00 Uhr

Ich checke im Days Inn-Hotel ein und schleppe meine Sachen auf das Zimmer 111. Ich mache mich badefein und schlendere zum beworbenen Hot Tub. Dieser ist jedoch abgedeckt und anscheinend „Out of Order“.

Aus Ärger gehe ich auf’s Zimmer und fülle meine Heimseite bei einem nicht optimal temperierten Budweiser.

Mal sehen, was ich heute Abend noch beschicke.

Ich habe mich aber dazu entschlossen, morgen in der Frühe um 06:00 Uhr beim Frühstück aufzuschlagen und dann Richtung Moab durchzustarten.

19:00 Uhr

Der Hot Tub ist abgedeckt… Ich ziehe meine schöne Badehose an, hole mir an der Rezeption eine Badehandtuch und stürze mich in das angenehm temperierte Becken. Aber da fehlt doch der Blubber? Nach einer Absuche entdecke ich die Steuerungseinrichtung und aktiviere alle Düsen die ich anschalten kann. Ich liege entspannt im Becken und beobachte aus dem Fenster eine gewaltige Gewitterzelle über den Bergen. 15 Minuten reichen. Ich gehe auf Kammer und öffne eine Dose Champagner: Miller High Life – The Champagner of Beer. 24 Ozen oder 0,709 Liter für 1,47 $ an der Tankstelle nebenan. Eiskalt… Prost!

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